DMSC und ADAC Jugend- und Clubsport Trial

am 14. und 15. April 2018 auf dem Leineweberring

Was ist eigentlich TRIAL ?

Der Begriff Tri­al stammt aus Eng­land, wo vor unge­fähr 70 Jah­ren erst­mals Uner­schro­cke­ne ver­such­ten, mit den zu jener Zeit unzu­rei­chen­den Motor­rä­dern unweg­sa­mes Gelän­de zu durch­que­ren. Das war zu jener Zeit wesent­lich schwie­ri­ger als heu­te, und der Aus­druck „try” = ver­su­chen, beschreibt am bes­ten, was die Unent­weg­ten damals eigent­lich taten. Bald ver­än­der­te sich die Bezeich­nung in „TRIAL”, es ent­stan­den den Gelän­de­schwie­rig­kei­ten bes­ser ange­pass­te Maschi­nen, die Fahr­tech­ni­ken ver­fei­ner­ten sich im Lauf der Ent­wick­lung, und Tri­al­fah­rer wur­den Meis­ter der Balan­ce und des Stils, womit sich die­se Motor­sport­art zur Hohen Schu­le des Motor­sports auf zwei Rädern ent­wi­ckel­te.

Im Vor­der­grund steht beim Tri­al die Maschi­nen­be­herr­schung in den „Sek­tio­nen” genann­ten Son­der­prü­fun­gen. Die Fahrt­zeit spielt eine unter­ge­ord­ne­te Rol­le, obwohl die Höchst­fahr­zeit fest­ge­legt ist, um eine Ver­an­stal­tung über­haupt im Griff zu behal­ten. Die­se Sek­tio­nen sind von erfah­re­nen Spe­zia­lis­ten aus­ge­sucht; ein min­des­tens 1,2 m brei­ter Kurs durch Grä­ben, Schlamm, über Wur­zeln, Stei­ne und hohe Stu­fen, enge Keh­ren um Bäu­me oder ande­re Hin­der­nis­se her­um ist mög­lichst feh­ler­frei zu durch­fah­ren.
 
Anfang und Ende der Sek­ti­on sind mit A- und E-Schil­dern gekenn­zeich­net, nur zwi­schen die­sen wird eine Punkt­wer­tung durch­ge­führt. Feh­ler­frei bedeu­tet, alle Schwie­rig­kei­ten fah­rend zu über­win­den, also nicht anhal­tend, schie­bend oder gar stür­zend, aber auch ohne Nach­hel­fen mit den Füßen. Dies sind alles Feh­ler, die dem Fah­rer auf einer mit­ge­führ­ten Punk­te­kar­te mit unter­schied­li­cher Wer­tung ver­merkt wer­den. Berüh­ren des Bodens mit dem Fuß: ein­mal = 1 Punkt, zwei­mal = 2 Punk­te, mehr als zwei­mal = 3 Punk­te, Abstei­gen, Sturz, Berüh­ren der Begren­zun­gen und Anleh­nen dar­an = 5 Punk­te.

Gewer­tet wird in einer Sek­ti­on nur der schwers­te Feh­ler, mehr als 5 Punk­te kann der Fah­rer pro Sek­ti­on also nicht bekom­men, es sei denn, er ver­wei­gert die Durch­fahrt. Vor Beginn der Sek­ti­on stellt der Fah­rer sei­ne Maschi­ne ab, geht zu Fuß die Son­der­prü­fung ab, sucht sich eine ihm geeig­net erschei­nen­de Fahr­spur aus und beob­ach­tet sei­ne Kon­kur­renz bei der Durch­fahrt, um even­tu­ell eige­ne Feh­ler zu ver­mei­den.

Zuläs­sig ist es auch in vie­len Wett­be­wer­ben, dass jeder Fah­rer einen Hel­fer ein­setzt. Die­ser darf jedoch nicht direkt ein­grei­fen, son­dern sich nur ver­bal ein­schal­ten. Ver­stö­ße wer­den mit Straf­punk­ten belegt, auch, wenn sich der Hel­fer mit dem Motor­rad sei­nes Fah­rers an der Sek­ti­on anstellt, sich mit dem Punkt­rich­ter über die Bewer­tung sei­nes Fah­rers strei­tet oder die Sek­ti­on ohne die Zustim­mung des Punkt­rich­ters betritt.

Der Tri­al­fah­rer fährt meist lang­sam, manö­vriert Vor­der- und Hin­ter­rad zen­ti­me­ter­ge­nau, hebt mit einem Gas­stoß das Vor­der­rad gekonnt auf eine Stu­fe her­auf, über­springt Hin­der­nis­se, immer im Bestre­ben, die Sek­ti­on feh­ler­frei zu absol­vie­ren. Punkt­rich­ter beob­ach­ten jede Bewe­gung von Fah­rer und Maschi­ne, nicht das leich­te Auf­set­zen eines Fußes auf den Boden, darf ihnen ent­ge­hen; der rich­ti­ge Schwie­rig­keits­grad einer Sek­ti­on gilt dann als erreicht, wenn sie von zwei oder drei Fah­rern ohne Feh­ler bewäl­tigt wird.
Die Maschi­nen haben gro­ße Boden­frei­heit, gerin­ges Gewicht, gro­ßen Lenk­ein­schlag sowie Moto­ren, die auf die lei­ses­te Dre­hung des Gas­grif­fes reagie­ren. Ein wich­ti­ger Fak­tor sind außer­dem die Rei­fen, erst der rich­ti­ge Rei­fen in Ver­bin­dung mit einem der Sek­ti­on ange­pass­ten Luft­druck sichert den nöti­gen Vor­trieb, und der kann über Sieg oder Nie­der­la­ge ent­schei­den.

Für den Fah­rer ist ein gewis­ses Trai­nings­pen­sum uner­läss­lich, zu dem nicht nur das Fah­ren mit dem Motor­rad gehört; auch Aus­dau­er, Schnell­kraft und Kon­zen­tra­ti­ons­fä­hig­keit bedür­fen der dau­ern­den Übung. Der inter­es­sier­te Anfän­ger schließt sich zweck­mä­ßi­ger­wei­se einem Motor­sport­club an; die­ser steht dann dem Enthu­si­as­ten mit Rat und Tat und meis­tens noch mit eige­nem Trai­nings­ge­län­de zur Sei­te. Außer­dem ver­an­stal­tet der dann auch Wett­be­wer­be, in denen man sein frisch erwor­be­nes Kön­nen gleich mit ande­ren mes­sen kann.

Der Tri­al­sport ist also eine Sport­art, bei der dem Zusam­men­spiel zwi­schen Mensch und Maschi­ne eine wich­ti­ge Bedeu­tung zukommt. So pro­fi­tiert der durch das Tri­al­fah­ren geschul­te Motor­rad­fah­rer von der ver­bes­ser­ten Maschi­nen­be­herr­schung auch im Stra­ßen­ver­kehr des All­tags, denn er meis­tert sein Motor­rad sicher in allen erdenk­li­chen Situa­tio­nen.

Wett­kämp­fe bestehen aus vier Run­den mit meist 7 oder 8 Sek­tio­nen. Es gibt aber auch Wett­kämp­fe mit drei Run­den je 10 Sek­tio­nen. Die Sek­tio­nen sind meis­tens mit einem Absperr­band (rot/​weiß), einem A(Anfang)- und einem E(Ende)-Schild gekenn­zeich­net. Für Gerech­tig­keit in Sachen Schwie­rig­keits­grad sor­gen ver­schie­de Klas­sen (sie­he Klas­sen), die in Far­ben unter­teilt sind. Jeder Teil­neh­mer erhält jede Run­de eine Punk­te­kar­te, auf der sei­ne „Straf­punk­te” ein­ge­tra­gen wer­den:

Abset­zen des Fußes: 1 Straf­punkt (maxi­mal 3 Straf­punk­te mög­lich; dann durch­fü­ßeln der Sek­ti­on gerecht­fer­tigt)
Sturz, Rück­wärts­rol­len oder Abstel­len des Motors: 5 Straf­punk­te (erfor­dern das Ver­las­sen der Sek­ti­on)

Es gibt 6 Klas­sen:

Klas­se 6 /​  Rot = Neu­lin­ge => klei­ne Kin­der ab 6 Jah­ren und alle, die ein Motor­rad schon bewe­gen kön­nen und schon in der Lage sind, klei­ne Kur­ven und Hügel hoch und run­ter zu fah­ren.

Klas­se 5 /​   Schwarz = Anfän­ger => hier kön­nen schon klei­ne Stei­ne und Baum­stäm­me im Weg lie­gen; Auf- und Abfahr­ten sowie Kur­ven sind enger und stei­ler.

Klas­se 4 /​ Grün = Fort­ge­schrit­te­ne

Klas­se 3 /​ Blau = Spe­zia­lis­ten

Klas­se 2 /​ Weiß = Exper­ten

Klas­se 1 /​ Gelb (A/I-Lizenz) = Inter­na­tio­na­le Lizenz (Euro­pa- und Welt­meis­ter­schaft) => Die­se Klas­sen sind von Land zu Land unter­schied­lich.